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Ken Wilber

Ken Wilber kurz & knapp
kurz & knapp

Ken Wilber, Jahrgang 1949, ist der führende integrale Philosoph und mit über 20 Büchern übersetzt in über 25 Sprachen gleichzeitig der meistübersetzte akademische Autor der Vereinigten Staaten. Er ist der Urheber des Integralen Ansatzes ("AQAL") und vereinigt in seinen Arbeiten eine enorme Bandbreite geistiger Strömungen, wissenschaftlicher Ansätze und spiritueller Weisheitstraditionen.

Ken Wilber schlug zunächst einen wissenschaftlichen Ausbildungsweg ein. Er absolvierte ein Studium in Bio-Chemie und beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit mit Rhodopsin (aus Rinder-Augen), dem Molekül das in der Netzhaut zerfällt und das Sehen ermöglicht. Trotz aller Erfolge in dieser Laufbahn bedurfte es nur eines kleinen Büchleins von Lao-Tse als Anstoß, damit Ken Wilber die gesamte naturwissenschaftliche Karriere verwarf.

Ken Wilber "Der Weg, der genannt werden kann, ist nicht der wahre Weg" - irgendetwas in diesen Worten ließ sein damaliges Weltbild wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen und veranlasste ihn, sich "wie ein Schneepflug" durch die gesamte Philosophia Perennis und alle Klassiker der Weisheitsliteratur aus Ost und West zu fräsen/lesen. Er war regelrecht empört darüber, dass ihm derartige Worte in seinem konventionellen Umfeld bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet waren.

Dementsprechend groß war sein Hunger - nicht nur nach Theorie (obwohl er als ausgesprochener Schnell-Leser bekannt ist), sondern auch nach Erfahrung und Praxis. Er lernte bei Roshis und Lamas und begann eine intensive Meditationspraxis aufzunehmen, sowohl in der Zen-Tradition, als auch in der tibetischen Tradition, was bis heute durch die Zeilen seiner Werke dringt. Man spürt, dass hier jemand aus tiefer Erfahrung spricht. Gleichzeitig praktizierte er Gestalttherapie, Rolfing und verschiedene Ansätze aus der Körperarbeit. Viele wichtge Impulse brachte für ihn das Studium der westlichen Psychologie, von Freud, über Jung, Adler, Reich, sowie alle späteren Strömungen, wie die existenzielle, die humanistische und schließlich die transpersonale Psychologie.

Sein erstes Buch "Das Spektrum des Bewusstseins" schrieb er im Alter von 23 Jahren. Es verhalf ihm über Nacht zum Durchbruch als Autor und brachte ihm den Ruf ein, der "lange gesuchte Einstein der Bewusstseinsforschung" zu sein. Auch wenn er es damals selber nicht so genannt hat, war das Anliegen dieses Werkes bereits ein integrales.

Ausgangspunkt war für Ken Wilber eine Verwirrung, die er im Nachhinein sehr eindringlich als eine Art "kognitiven Schmerz" schilderte. Er hatte nun alle die eben geschilderten Schulen aus Ost und West studiert und fand in allen etwas Wunderbares und Wahres. Das Problem war nur: Jede der einzelnen Schulen beanspruchte für sich die Wahrheit gepachtet zu haben und versuchte die Vertreter der anderen Richtungen zu diskreditieren. Das ließ ihn einfach nicht los. Seine unmissverständliche Intuition war: Freud hatte Recht, Buddha hatte Recht, doch die Freudianer lächelten nur milde über Religion im Allgemeinen, während die Buddhisten das Ich als Illusion verwarfen und beharrlich vom "Nicht-Ich" als "edler Wahrheit" sprachen.

Was tat er also? Er steckte in "Spektrum des Bewusstseins" einen hinreichend großen Rahmen ab, in dem alle diese Schulen ihren Platz einnehmen konnten - aber nicht bloss als pluralistisches Potpourri, sondern entlang eines roten Fadens - eben entlang des "Spektrums des Bewusstseins". Die Idee dahinter: Jede Schule untersucht nur eine gewisse Bandbreite dieses Spektrums und bringt dort wahre und wichtige Aussagen hervor, doch irrt sich, wenn sie über andere Ebenen Aussagen trifft. Kurz: "Everybody is right" - jeder hat Recht - eine zentrale Grundannahme integraler Theoriebildung, die Ken Wilber auch manchmal negativ formuliert als "Niemand ist clever genug, sich ständig nur zu irren".


Quelle:
Der Artikel über Ken Wilber auf der Seite integral-con-text.de von Dennis Wittrock. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Ken Wilber kurz & knapp

Kein Mensch kann sich restlos irren. Das ist die Grundannahme von der Ken Wilber ausgeht. Will man eine Sache oder ein Thema wirklich umfassend beurteilen - so Ken Wilber weiter - ist es notwendig alle zur Verfügung stehenden Perspektiven zu berücksichtigen, ohne eine wesentliche Perspektive zu übergehen oder abzulehnen. Die Sache ist also ganz einfach: Man nimmt alles bekannte Wissen, alle Theorien und alle Aussagen zu EINEM entsprechenden Thema, bereinigt es von Irrtümern, Fehlern und Interpretationen, setzt die Teile zusammen und hat eine integrale Sichtweise. Das Problem ist nur: Das Thema ist „eine umfassende Theorie von ALLEM“.

Wenn man eine Theorie von allem machen will, braucht man zunächst eine Ordnung, eine klare Struktur, um sich eine Gesamtübersicht zu verschaffen. Diese allem zu Grunde liegenden Strukturen müssen keineswegs erst erfunden werden, sondern sind bereits durch die Natur angelegt.

Insofern erinnert Ken Wilbers Arbeit an das Periodensystem der Elemente aus der Chemie – nur dass es eben nicht auf die materielle Ebene begrenzt ist, sondern alle anderen bekannten Ebenen mit einschließt. Der Clou dabei ist, dass sich nicht nur jede Theorie und jedes System nahtlos in Ken Wilbers Integrale Theorie eingliedern lässt, sondern dass darüber hinaus auch Unvollständigkeiten und Denkfehler in diesen Systemen aufgedeckt werden können. Die wichtigsten Elemente dieser Struktur sind: Stufen (Zustände), Linien, Quadranten und Typen.

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